
20. Mai 2009
Jugendpolitischer Frühstücksbrunch im AJZ Chemnitz e. V.
Thema -Jugendarbeit in Chemnitz- Zwischen demographischem Rückgang und jugendlichen Bedürfnissen"
Am 10. Mai 2009 veranstaltete das AJZ Chemnitz im Jugendclub „ReTeKo" eine Podiumsdiskussion mit Gästen der Bündnis 90/ Die Grünen, Die Linke, SPD und dem Jugendamtsleiter Herr Pethke. Diese Veranstaltung wollte ich für eine persönliche Meinungsbildung zu dem Thema nutzen. Um die Beteiligung der politschen Parteien zu vervollständigen, habe ich mich auf Bitten des Moderators, für die CDU/JU auf das Podium begeben.
Die Vorstellungen der Chemnitzer Parteien, Freien Träger und der Verwaltung von einer Jugendarbeit in Chemnitz wurden diskutiert.
Folgende Fakten kurz zusammengefasst:
- von einst 320.000 Einwohner hat Chemnitz nun 245.000
- trotz Eingemeindung bedeutet dies ein Verlust von 150.000
- Chemnitz verliert jährlich 850 Kinder und Jugendliche
- in 2008 gab es 120 Geburten mehr als in Seko prognostiziert
- zukünftig ist durch den „Wendeknick" mit 1400-1500 jährlichen Geburten zu rechnen
- bedingt der Finanzkrise ist in Chemnitz mit einem Steuereinnahmenverlust von 13-17 Prozent zu rechnen
- die Inanspruchnahme von Jugendangeboten ist nicht zurückgegangen
- jedes Jahr wurde das Budget durch Stadtrat und Verwaltung um 150-400 T€ erhöht
- 1.500 Jugendliche pro Stadtteil werden mit 2,0 Sozialarbeitern betreut
- auf 100 Chemnitzer Männer kommen 95 Chemnitz Frauen
- alle Hauptschulen sind mit Sozialarbeitern ausgestattet
- Chemnitz hat einen Pendlerüberschuss von 20.000 Menschen
Folgende Wünsche und Forderungen wurden geäußert:
- Abbau von bürokratischen Hürden für freie Träger von Antrag bis Projektstart
- kleine Budgets für kurzfristige Jugendprojekte notwendig
- Jugendclubs dort besonders stärken, wo der ÖPNV nicht gut angebunden ist
- bestehende Stadtratsbeschlüsse verfolgen
- Rücklaufgelder dürfen nicht erst im November zur Verfügung stehen
- mehrjährige Förderung bei stabilen Einwohnerzahlen in den Stadtteilen
- keine Entnahme aus Jugendhilfemittel der Verwaltung wie bei Umsetzung PinguDu
- freie Träger frühzeitig in Planungen mit einbeziehen
- Teilfachplanung soll eingehalten werden und nicht einfach umstrukturiert werden
- ältere Menschen nicht vergessen und keinen Generationenkonflikt mit älteren Stadträten schüren
- Hochkultureinrichtungen sollen gleiche Bedingungen haben wie Jugendhilfeprojekte
- Keine Kürzungen ohne Hinterfragung
Zusammenfassung:
- Jugendliche gehen dorthin, wo Freunde und spannende Freizeitangebote sind
- Anforderung an den Neuen Stadtrat: Erhaltung der Jugendclubs
- keine Aufrechnung der Stadtteile untereinander
- Jugendliche verlassen die Stadt, wenn sie sich nicht entfalten können
- Verwaltung, freie Träger und Netzwerk müssen zusammenarbeiten
- Kinder freier Eintritt ist in anderen Ländern selbstverständlich
- dies ist eine Marketingleistung und darf nicht aus den Jugendhilfemitteln finanziert werden
- Verständnis für Jugendbildung stärken
- steigende Lohn- und Sachkosten dürfen nicht zur Reduzierung der Jugendhilfemittel führen
- Kinder und Jugendliche brauchen eine Lobby
- die Kommunikation zwischen allen Generationen muss verständlicher formuliert werden
Abschließend habe ich festgestellt, dass ein großes Manko, die Kommunikationsschwierigkeit zwischen der Verwaltung und den freien Trägern ist. Ich begrüße daher eine sich wiederholende (und Ziel sollte eine regelmäßige) Diskussion mit allen Vertretern.
Einigkeit herrschte ebenso darin, dass der Neue Stadtrat die Jugendclubs sichern will und den Jugendlichen in Chemnitz Perspektiven gibt, um ihre Heimat zu lieben, zu schätzen und mit zu gestalten.
Quelle: Sven Krenkel-Laske





