
15. Juli 2009
Dioxinfunde, umtriebige Lebensmittel-Lobbyisten und Neues zur Nährwert-Ampel
Gift im Essen, Geschmacksverstärker und künstliche Aromen in der Kita-Verpflegung und Neues von der Ampelkennzeichnung: Lesen Sie mehr über aktuelle Themen, die uns bewegen.
Giftige Schafleber im Handel
Es ist ein Skandal: Deutsche Behörden wissen, dass Schafleber stark mit Dioxin belastet ist - und bleiben dennoch untätig.
140 Proben aus sechs Bundesländern hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), eine dem Bundesverbraucherministerium unterstellte Behörde, analysiert. Ergebnis: Bei 94 Prozent der Schaflebern lag der Gehalt der krebserregenden Substanz über der zulässigen Höchstmenge.
Trotzdem bleiben die Produkte im Handel.
Während die Behörden das Problem ignorieren, warnt das BfR vor dem Verzehr der Innerei. Wer isst schon Schafleber, könnte man meinen? In Deutschland immerhin bis zu 800.000 Menschen, vor allem Bürger türkischer Herkunft.
Im Grundgesetz heißt es: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Dieses Grundrecht darf auch nicht eingeschränkt werden, wenn nur eine relativ kleine Zahl von Konsumenten betroffen ist. Nur eine Konsequenz wäre richtig: Dioxinbelastete Ware muss aus dem Verkehr gezogen werden!
Lebensmittel-Lobby kocht in Kitas mit
Fäden im Hintergrund werden bekanntlich lautlos gezogen, auch in der Ernährungspolitik. Am 27. April 2009 gab das Bundesverbraucherministerium in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung „Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder" heraus. Dabei handelt es sich um eine Anleitung für gesundes Essen in Kitas.
Was die wenigsten ahnen: Konzerne wie Nestlé, Kraft und Co. mischten kräftig beim Entwurf mit. In Gestalt ihres Spitzenverbandes, des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) flüsterten sie der Bundesregierung ein, was Kinder essen sollen: Geschmacksverstärker und künstliche Aromen zum Beispiel.
Drei Farben sorgen für Klarheit
Der Vorstoß von Frosta, als erster Hersteller freiwillig die Nährwert-Ampel einzuführen, hat Bewegung in die Debatte gebracht. In den Medien war von einer „Revolution im Supermarkt" die Rede.
Der Rest der Industrie bleibt jedoch bislang stur.
Gebetsmühlenartig behauptet sie, dass sie mit ihrer GDA-Kennzeichnung ihre Kunden transparent über Nährwerte informiert - eine Mär, der nun die Wirklichkeit begegnet.Eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag von foodwatch belegt: Konsumenten können mit der Ampel zuverlässig verschiedene Produkte miteinander vergleichen, während die Kennzeichnung der Industrie in die Irre führt.
Beim Vergleich zweier Nestlé-Produkte mit der GDA-Kennzeichnung ließen sich sogar fast 70 Prozent der Befragten in die Irre führen - sie hielten das süßere Produkt für das zuckerärmere. Umso mehr wird klar: Die Ampel muss her, als Pflicht für alle Hersteller!
Quelle: PM Bürgerbewegung Foodwatch


