
12. Mai 2009
Imagekampagne ist eine Bankrotterklärung der Oberbürgermeisterin
-Bürger und Stadträte wiederholt bei der Entscheidungsfindung außen vor-
Die Stadt ist schon voll von Plakaten, die auf die kommenden Wahlen hinweisen.
Und da kommt es Frau Ludwig (SPD) wohl gerade recht, vier Wochen vor dem Wahltermin noch eine Imagekampagne der Stadt zu starten.
Nur aus der Presse erfuhren die Stadträte von der Ankündigung der Oberbürgermeisterin, für insgesamt 200.000 Euro der Stadt ein neues Marketingkonzept zu verabreichen, um damit den Slogan „Stadt der Moderne" den Bürgern näher zu bringen.
Dass sich die Oberbürgermeisterin mit einer solchen Kampagne, die sicher mehr Geld gekostet hat als der gesamte Wahlkampf der Parteien, in eben diesen einmischt, ist sicher kein Zufall.
Neben dem abzulehnenden Zeitpunkt des Kampagnenstarts bleibt dabei nach wie vor die inhaltliche Kritik an der geistigen Dünne des Spruchs „Stadt der Moderne". Er zeichnet Chemnitz weder als Alleinstellungsmerkmal aus, noch spricht er Chemnitzerinnen und Chemnitzer an, wie z.B. auch eine Umfrage des Chemnitzer Meinungsforschungsinstituts chempirica gezeigt hat. Ebenso zieht er keine Besucher nach Chemnitz.
„Dieser Alleingang der Oberbürgermeisterin ist nicht in Ordnung. Wir Stadträte sind nicht gefragt worden, ebenso wenig wie die Bürger selbst", kritisiert CDU-Fraktionschef Ullrich Müller. „Angesichts von Finanzkrise, Geldbedarf für das Konjunkturpaket II und unserer schwierigen Haushaltssituation finde ich das Vorgehen von Frau Ludwig unverantwortlich und undemokratisch, zumal die CDU schon vor über einem Jahr gegen solche Formen des Alleingangs der Oberbürgermeisterin protestiert hatte", so Müller weiter.
Auch die JU Chemnitz fordert die Oberbürgermeisterin auf, sich lieber um die Belange der Bürger als um eine Imagekampagne zu kümmern. „Frau Ludwig verdeutlicht einmal mehr ihren zweifelhaften Politikstil" so der hiesige JU-Chef Alexander Dierks. Nach dem Chaos um die Wahl des Bauderzenenten verschenkt Frau Ludwig 200.000 Euro für eine Imagekampagne - wohlgemerkt zur Aufklärung der Chemnitzer über die ‚Stadt der Moderne'.
„Vielleicht wäre eine Aufklärungskampagne für Frau Ludwig sinnvoller, um der Oberbürgermeisterin die eigentlich wichtigen Themen der Menschen aufzuzeigen", so Dierks weiter, "200.000 Euro sind in unserer Stadt an anderer Stelle besser aufgehoben, sei es zur Sanierung von Gebäuden und Anlagen oder aber auch zur Schaffung von Spiel- und Freizeitstätten für unsere Kinder."
Nach der Wahl sollte eine Bürgerdiskussion darüber entsteht, was Chemnitz ist und wie es sich unterscheidet. Dann wird sicher der Slogan „Stadt der Moderne" durch das Ergebnis dieser Diskussion mit den beteiligten Bürgern abgelöst.
Man darf gespannt sein, wie die Chemnitzerinnen und Chemnitzer ihre Stadt sehen - sie brauchen sich jedenfalls nicht von einer Oberbürgermeisterin ihre „Stadt der Moderne" erklären zu lassen.
Quelle: CDU-Fraktion, JU-Chemnitz, Stadtrat Marcel Küsters,
Sven Krenkel-Laske


