
01. Juni 2009
Interview im Stadtreicher Juni 2009
CDU - Sven Krenkel-Laske
Es ist die Wirtschaft, die uns voranbringt. Deshalb müssen wir die nötigen Anreize für Unternehmen schaffen, sich in Chemnitz anzusiedeln.
Dazu gehört es auch, dass sie hier Fachkräfte vorfinden. Zum einen durch eine starke Uni, die gute Leute anlockt. Zum anderen durch eine marktgerechte Ausbildung.
Außerdem muss der Sanierungsrückstau an unseren Schulen und Kitas zügig beseitigt und die Abschaffung der Schließzeiten in den Kitas und Schulhorten vorangetrieben werden. Mein großes Ziel wäre zudem, eine kostenlose Schulspeisung anzubieten.
Sven Krenkel-Laske von der CDU schließt sich gern der alten FDP-Forderung nach einem geringeren Gewerbesteuerhebesatz an und fordert den Abbau bürokratischer Hürden für Existenzgründer.
Insgeheim aber sind sich eigentlich alle einig: Engagement, vor allem junges, muss unterstützt und gefördert werden. Überhaupt lässt sich in den wichtigsten Punkten zur Stadtpolitik viel gemeinsames erkennen.
Ein Wunder ist das nicht, denn Vernunft lässt zuweilen keine Differenzen zu. So wollen alle dafür eintreten, Ausschreibungen öffentlicher Aufträge so zu gestalten, dass die Arbeit in der Region bleibt - freilich fordert das Kreativität, denn der rechtliche Rahmen ist da eng gesteckt.
Dennoch haben die Parteien und Wählervereinigungen zusätzlich ganz eigene Ideen zur Bildung. Sven Krenkel-Laske fordert beispielsweise ein viel breiteres Angebot in der Familien-Bildung. "Vor allem beim Thema Suchtgefahren müssen wir Familien besser aufklären. Wir müssen die Medienkompetenz stärken, noch mehr Lebenshilfe anbieten, denn nicht nur die Schule ist für die Fähigkeiten der Kinder verantwortlich", sagt der Christdemokrat.
Für den Christdemokraten Sven Krenkel-Laske wäre es zudem eine große Herausforderung, Ausbildung bedarfsgerecht zu organisieren. "Es kann beispielsweise nicht sein, dass ein Absolvent der Uni für die Komsa nicht sofort einsetzbar ist, weil ihm dafür das Rüstzeug fehlt. Zum anderen ist es ein Unding, dass wir jährlich 500 Hotel- und Retaurantfachfrauen ausbilden und nur 50 von ihnen wirklich brauchen. Die anderen 450 verlassen dann nämlich die Stadt in Richtung Schwarzwald oder Österreich."
Darüber hinaus wünscht er sich mehr finanzielle Planungssicherheit für Projekte der Jugendhilfe.
Natürlich ist es auch nicht leicht, bei all den Parteien und Wählervereinigungen den Überblick zu behalten. Aber grundsätzlich gilt: Die Kommunalwahl ist eine Personenwahl. Da geht es nicht um Merkel-Linie, Steinmeyer-Kurs oder Wester-Welle, sondern um den gesunden Menschenverstand. Setzt voraus, dass auch mit Geist gewählt wird. Dass von möglichst vielen gewählt wird. Und dass alle genau hinsehen - und Pro Chemnitz eben nur ankreuzen, wenn sie tatsächlich rechts wählen wollen.
Doch soviel noch vorab. Über die NPD und Pro Chemnitz ist hier nichts zu lesen, denn für rechte Parolen wollen wir nicht die Druckkosten zahlen. Wir haben auch die Wählervereinigung In Chemnitz wohnen ausgespart, weil die nur in zwei Wahlkreisen antritt, und die Wählervereinigung der Volkssolidarität dürfte nicht ganz auf unsere Leserschaft zielen. Alle anderen Parteien und Wählervereinigungen haben wir gebeten, uns einen Kandidaten zum Interview vorzuschlagen. Manche haben sich da für die Jungen in ihren Reihen entschieden, andere für die Fraktionsspitze.
Am Sonntag, den 07. Juni 2009, findet in Chemnitz die Kommunalwahl statt. Haben Sie die Absicht, zu dieser Wahl Ihre Stimme abzugeben?
Ein Großteil der Befragten wird nach eigener Aussage sicher wählen gehen.
Erfahrungsgemäß liegt die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen jedoch deutlich unter 50 %. Möglicherweise wird das gemeinsame Stattfinden von Kommunal- und Europawahlen positiven Einfluss auf die Wahlbeteiligung haben. Hinzu kommt, dass es sich bei einem großen Teil der Befragten um politisch interessierte Bürger handelt, bei denen von einer höheren Wahlbeteiligung als beim Durchschnitt der Bevölkerung auszugehen ist.
Wir gehen von einer Wahlbeteiligung von etwa 40 % aus (2004 waren es in Chemnitz etwa 43 %). Der Wert entspricht in etwa der Beteiligung bei den Kommunalwahlen in vergleichbaren ostdeutschen Städten.
Quelle: http://www.stadtstreicher.de/ , Sven Krenkel-Laske


