
29. Januar 2010
Junge Union weist sinnentstellte Berichterstattung der Morgenpost scharf zurück und distanziert sich vehement von der versuchten Vereinnahmung durch Pro Chemnitz!
Es ist schon erstaunlich in wie weit die politischen Handelnden in Chemnitz auf „Sensationsmeldungen" der Mopo reagieren ohne sich über die Hintergründe zu informieren.
So wäre schnell klar gewesen, dass wir erstens nichts gefordert haben, geschweige denn, dass wir den „Park der ODF abschaffen" (Mopo 27.01.) wollen.
Zweitens ist es erstaunlich, dass die Pressemitteilung in den Kontext der Kranzniederlegung zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus anlässlich der Auschwitzbefreiung gesetzt wird, zumal wir diese Mitteilung bereits vor 3 Wochen herausgaben. Korrekte journalistische Arbeit sieht anders aus.
Drittens ist der Vorwurf des politischen Ränkespiels entschieden abzulehnen und demaskiert vor allem die Intentionen des Kommentators und der Redakteurin eben dieses zu erreichen. Anscheinend ist ihnen das gelungen.
Viertens hatten wir das Anliegen den Opfern unserer Vergangenheit Sühne zu erweisen. Im Gegensatz zu vielen anderen politischen Gruppierungen stehen wir zur Schuld unseres Landes und negieren weder Verbrechen noch mangelnde Vergangenheitsaufarbeitung Deutschlands. Selten zuvor wurde so deutlich darauf hingewiesen was Deutsche anderen Menschen antaten und das ein Vergessen und ein Schlussstrich unter die Geschichte aufs Schärfste abzulehnen sind.
Fünftens sind das gemeinsame Gedenken und ein gemeinsamer Ort des Erinnerns für alle Opfer unserer Vergangenheit keine Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Einzigartigkeit der Shoa, der Kriegsverbrechen und des Völkermords stehen außer Frage, vielmehr klärt ein zentraler Ort des Gedenkens die Menschen über die dunkle Geschichte Deutschlands auf und erfordert das Mahnen sowie das Engagement gegen Rechtsextremismus und jedwede Form staatlicher Repression und Bevormundung.
Der gestrige Tag belegt dies umso mehr, da bspw. in Pirna der Opfer beider Weltkriege gemeinsam gedacht wurde, darüber hinaus sind gemeinsame Plätze in Deutschland keine Seltenheit.
Sechstens sollte vor allem Pro Chemnitz beginnen sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Wir wünschen uns eine Gedenken gegen Diktaturen und Kriege, relativieren aber nicht die Einzigartigkeit menschlicher Barbarisierung im Nationalsozialismus. Wir würden es begrüßen, wenn Pro Chemnitz sich endlich der Nostalgie für die Nazidiktatur entledigt und sich entschieden vom Rechtsextremismus lossagt. Die versuchte Ausspielung der demokratischen Parteien und Gruppierungen ist offensichtlich und erfolglos.
Wir wünschen uns eine faire und offene Diskussion über die Thematik, eine Polemisierung aber, die ohne fundierte Informationen erfolgt, läuft unserem Anspruch eines gemeinsamen Engagements gegen Extremismus entgegen.
Quelle: Pressemitteilung Junge Union Chemnitz
Der sinnentstellte Bericht der Chemnitzer Morgenpost am 27.01.2010
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