RA-307/2017: Schillingsche Figuren „Vier Tageszeiten„ – Erhaltung und Standortprüfung, BA-048/2016

Fragesteller: Herr Andreas Marschner

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
der Stadtrat hat mit dem Beschlussantrag B-048/2016 der Verwaltung die Aufgaben übertragen, die „Schillingschen Figuren“ restaurieren (Beseitigung der Vandalismusschäden) und konservieren zu lassen und für diese Kunstwerke eine Standortprüfung vorzunehmen. Bitte beantworten Sie mir in diesem Zusammenhang folgende Fragen:
1. Welche Aussagen kann die Verwaltung in Bezug auf die Restaurierung und Konservierung treffen (Zeitplan und Kosten)? Wann ist mit einer finalen Umsetzung zu rechnen?
2. Wurde mit der Standortanalyse begonnen oder ist diese ggf. schon komplett erfolgt? Wenn ja, welche Ergebnisse können daraus abgeleitet werden?
3. Welche Ausgleichsmaßnahmen für die Neugestaltung des Aufganges zur Brunnenanlage am Schloßteich sind bisher seitens der Verwaltung eruiert worden? Wann werden diese Vorschläge den Stadträten zur Diskussion vorgelegt?

Antwort der Stadtverwaltung
Sehr geehrter Herr Marschner,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:
1. Welche Aussagen kann die Verwaltung in Bezug auf die Restaurierung und Konservierung
treffen (Zeitplan und Kosten)? Wann ist mit einer finalen Umsetzung zu rechnen?

Die Gesamtkosten liegen bei ca. 55.000 Euro. Der Beginn der Arbeiten erfolgt derzeit (34. Kalenderwoche) und die Maßnahme soll bis Mitte November 2017 abgeschlossen sein.

2. Wurde mit der Standortanalyse begonnen oder ist diese ggf. schon komplett erfolgt?
Wenn ja, welche Ergebnisse können daraus abgeleitet werden?

3. Welche Ausgleichsmaßnahmen für die Neugestaltung des Aufganges zur Brunnenanlage am Schloßteich sind bisher seitens der Verwaltung eruiert worden? Wann werden diese Vorschläge den Stadträten zur Diskussion vorgelegt?
Der neue Standort muss folgende denkmalpflegerische Kriterien erfüllen:
– Treppenanlage mit einem Höhenunterschied von mindestens 3 m.
– Repräsentativer Standort im Zentrum der Stadt und in einer baugeschichtlich passenden Umgebung; möglichst mit Bebauung des 19. Jhds.,
– Kein dichter Baumbestand unmittelbarerer über den Skulpturengruppen.
Seitens der Denkmalbehörde und des Landesamtes für Denkmalpflege wird dabei eine Aufstellung am Theaterplatz mit einer großzügigen Freitreppe zur Straße der Nationen favorisiert. Dies wird begründet durch den notwendigen Höhenversatz von 3 bis 4 m – vergleichbar mit der großen Treppe an den Brühlschen Terrassen in Dresden, wofür die Originale einst von Johannes Schilling geschaffen worden sind. Die dadurch erreichte „Untersicht“ ist für die höchstgruppierten Skulpturen „Der Morgen“ und „Der Mittag“ dringend notwendig. Hinzu kommt die Abrundung der Ensemblewirkung des Theaterplatzes mit seinen repräsentativen denkmalgeschützten Gebäuden. Auch wäre dieser Standort aus konservatorischen Gründen sehr viel günstiger, da sowohl die biologische Zerstörung der Sandsteinoberflächen durch Bemoosung und nachfolgende Veralgung, wie auch durch Vandalismusschäden, im Gegensatz zum derzeitigen Standort hier weitaus geringer wären. Unter Beachtung dieser denkmalpflegerischen Aspekte scheiden eine Aufstellung am Schillerplatz, in den Grünanlagen beim Schloßbergmuseum, sowie auf dem Markt aus.
Das Areal um die Johanniskirche konnte noch nicht mit in die Prüfung einbezogen werden, da die planerischen Vorleistungen hierfür noch nicht ausreichend sind.
Der Standortwechsel zum Theaterplatz würde auch den Rückbau des im Ergebnis eines Architek turwettbewerbs 1992 entstandenen sogenannten „Theatrons“ bedeuten.
Ein Umsetzen kann nur langfristig geplant werden, da erhebliche bauliche und finanzielle Aufwendungen erforderlich sind. Dies gilt ebenso für die Ersatzmaßnahmen im Schloßteichpark. Als Auftakt und für die gartendenkmalpflegerische Gesamtwirkung der besonders gestalteten Gartenanlage mit Wasserspielen im Schloßteichpark müssten Ersatzskulpturen aufgestellt werden oder eine gärtnerische Lösung dort gefunden werden.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stötzer
Bürgermeister

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