RA-450/2017: Museum Gunzenhauser

Fragestellerin: Frau Ines Saborowski

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
im Dezember 2007 öffneten sich die Türen des Museum Gunzenhauser in Chemnitz dem Publikum. Vor diesem Hintergrund, dem 10-jährigen Jubiläum, bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen.

1. Ist seitens des Hauses, der Kunstsammlungen Chemnitz oder der Stadt Chemnitz eine Feierwoche oder ähnliches, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums geplant?
2. Welche Erwartungen an Ausstellungsdichte und Besucherentwicklung hatte man zur Eröffnung und wie entwickelte sich dies in den vergangenen zehn Jahren?
3. Wird seitens des Museum statistisch erhoben, woher die Besucher kommen? (Einwohner, Tourismus etc.)
4. Welche Ausstellungen sind im kommenden Jahr geplant?
5. In welchen Umfang wurden für Ausstellungen in den vergangenen Jahren Bilder geliehen bzw. verliehen? Welcher Ertrag bzw. Aufwand stand dem gegenüber?

Antwort der Stadtverwaltung:
Sehr geehrte Frau Saborowski,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen Folgendes mit:
1. Ist seitens des Hauses, der Kunstsammlungen Chemnitz oder der Stadt Chemnitz eine Feierwoche oder ähnliches, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums geplant?
Am 02.12.2017 fand anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Museum Gunzenhauser ein Jubiläumsfest im Museum Gunzenhauser in der Zeit von 11:00 Uhr bis 22:00 Uhr mit umfassendem Programm statt.

2. Welche Erwartungen an Ausstellungsdichte und Besucherentwicklung hatte man zur Eröffnung und wie entwickelte sich dies in den vergangenen zehn Jahren?
Das Museum Gunzenhauser zeigt seit seiner Eröffnung im Jahr 2007 neben seinen wechselnden Ausstellungen aus dem Bestand ein bis zwei Sonderausstellungen pro Jahr.
Diese werden heute ergänzt durch eine von der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen geförderte Reihe „Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser“.
Die Zahl der Besucher ist ausstellungsabhängig. Wie in neu eröffneten Museen üblich, war zu Beginn die Besucherzahl im Museum Gunzenhauser besonders stark. Über die Jahre hat sich herausgestellt, dass die Kombination der hochkarätigen Sammlung Gunzenhauser mit hochkarätigen Ausstellungen am Theaterplatz einen Anreiz bietet, der im Wettbewerb mit überregionalen Museen und Ausstellungen standhält.

Die Erwartungen an das Museum Gunzenhauser sind aufgrund der hervorragenden Sammlung sehr hoch. Die Sammlung bietet ein außerordentlich breites Potential für interessante Ausstellungen und künstlerische Positionen. Die Sammlungen im Haus am Theaterplatz und die Sammlung Gunzenhauser ergänzen sich und festigen die Wahrnehmung von Chemnitz als wesentlichen Kunststandort. Ziel ist es besonders diesen
Faktor auch über die sozialen Medien stärker zu bewerben und in diesem Bereich größere Präsenz zu zeigen.

3. Wird seitens des Museum statistisch erhoben, woher die Besucher kommen? (Einwohner, Tourismus etc.)
Seitens des Museums wird die Herkunft der Besucher nach Postleitzahlen und Herkunftsland erhoben. Die Besucher kamen in den Jahren 2016/ 2017 aus Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Belgien, Liechtenstein, Schweiz, Tschechische Republik, Österreich, Dänemark, Frankreich, Polen, Vereinigtes Königreich, Ungarn, Italien, Schweden, Bulgarien, Spanien, Ukraine, Finnland, Portugal, Georgien, Libanon, Israel, Russische Föderation, Kanada, Amerikanische Jungferninseln, Vereinigte Staaten, Japan, Costa Rica, Norwegen, Slowakei, Estland, Iran, Vereinigte Staaten, Brasilien, Mexiko, Papua-Neuguinea, Australien, Irland.

4. Welche Ausstellungen sind im kommenden Jahr geplant?
Ab März 2018 anlässlich der 875-Jahr-Feier der Stadt Chemnitz:
– 400 Werke von Otto Dix aus der Sammlung Gunzenhauser
Zum ersten Mal wird der gesamte Otto Dix-Bestand, einschließlich der Werke gezeigt, die nach dem Ableben von Dr. Alfred Gunzenhauser hinzugekommen sind.
21. Oktober 2018 bis 3. März 2019:
– Rupprecht Geiger. Retrospektive in Kooperation mit dem Museum Schauwerk Sindelfingen
Hinzu kommen noch drei Ausstellungen in der Reihe „Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser“.

5. In welchen Umfang wurden für Ausstellungen in den vergangenen Jahren Bilder geliehen bzw. verliehen? Welcher Ertrag bzw. Aufwand stand dem gegenüber?
In den Jahren 2016 bis 2018 hat das Museum Gunzenhauser an 26 Institutionen insgesamt fast 90 Werke (meist Hauptwerke aus der Sammlung) ausgeliehen und erhielt bzw. erhält im selben Zeitraum 111 Leihgaben für eigene Ausstellungen. Der Leihverkehr zwischen Museen gehört zu den Kernaufgaben der Museen mit eigener Sammlung und beruht auf Gegenseitigkeit. Die Museen ergänzen durch Leihgaben aus anderen Häusern ihre Ausstellungen. Hier gilt, wer Leihgaben zur Verfügung stellt, erhält im Gegenzug ebenfalls Leihgaben. Dieses Verhältnis lässt sich nicht in Ertrag und Aufwand abbilden, da die Museen untereinander in der Mehrzahl der Fälle kostenneutral ausleihen. Leihnehmer und Leihgeber sind international renommierte Museen.

In den Jahren 2016 bis 2018 haben die nachfolgenden Museen Werke aus der Sammlung Gunzenhauser entliehen bzw. angefragt:
LACMA – Los Angeles County Museum of Art (USA)
Stiftung Ahlers Pro Arte, Kestner Pro Arte Hannover
Schirn Kunsthalle, Frankfurt
Museum de Fundatie, Zwolle (Niederlande)
Kunstmuseum Bern (Schweiz)
Fondation Beyeler, Riehen/Basel (Schweiz)
Musée Unterlinden, Colmar (Frankreich)
Kunsthalle Bremen
Kunstmuseum Moritzburg, Halle
Kunsthaus Zürich (Schweiz)
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Bucerius Kunst Forum, Hamburg
Akademie der Künste, Berlin
Schloßmuseum Murnau
Eesti Kunstimuuseum, Tallin (Estland)
Métropole musée d’art moderne, Lille (Frankreich)
Victoria & Albert Museum, London (Großbritannien)
Museum Wiesbaden
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
SCHAUWERK Sindelfingen, The Schauffler Foundation
Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Nationalmuseum
Mannheimer Kunsthalle
Museum Ludwig, Köln
Liebermann-Villa am Wannsee, Berlin
Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid (Spanien)
In den Jahren 2016 bis 2018 erhielten/erhält das Museum Gunzenhauser Werke von den nachfolgenden Museen:
The State Russian Museum, St. Petersburg (Russland)
VAF Stiftung, Frankfurt am Main
Fritz-Ascher-Gesellschaft, New York (USA)
Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett
Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin
Berlinische Galerie – Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Archiv Rupprecht Geiger, München
SCHAUWERK Sindelfingen, The Schauffler Foundation

Freundliche Grüße
Barbara Ludwig

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