RA-197/2018: Abriss der ehemaligen Gewerbehallen in Gablenz (Kantstraße)

Alexander Dierks / Fraktionsgemeinschaft CDU/FDPFragesteller: Herr Alexander Dierks

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
dem Doppelhaushalt 2017/18 ist unter anderem zu entnehmen, dass die Industriebrache an der Clausstraße/Kantstraße und hier der Rückbau der ehemaligen Gewerbehallen vorgesehen seien. Die Aufwendungen wurden hierbei für 2017 eingeordnet. Da bislang an dieser Stelle noch nicht geschehen ist, bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Für wann ist aktuell der Rückbau der ehemaligen Gewerbehallen bzw. verbliebenen Gebäude vorgesehen?
2. Befindet sich die Fläche in kommunalem Eigentum?
3. Welche Entwicklungsabsichten hat die Stadt (im Falle kommunalen Eigentums) für diese Fläche bzw. liegen Pläne/Anträge des Eigentümers vor?
4. Wäre es an dieser Stelle denkbare kommunale Einrichtungen (Kita/Schule etc.) zu entwickeln?
5. Gibt es Entwicklungsabsichten für die Fläche an der Kantstraße zwischen der Bernhard- und Charlottenstraße (Flurstück: GZ-998/4)?

Antwort der Stadtverwaltung:
Sehr geehrter Herr Dierks,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:
1. Für wann ist aktuell der Rückbau der ehemaligen Gewerbehallen bzw. verbliebenen Gebäude vorgesehen?
2. Befindet sich die Fläche in kommunalem Eigentum?
3. Welche Entwicklungsabsichten hat die Stadt (im Falle kommunalen Eigentums) für diese Fläche bzw. liegen Pläne/Anträge des Eigentümers vor?

Die Flurstücke GZ-442/1 und GZ-442n umfassen die Gewerbebrache an der Kantstraße. Die Flächen befinden sich in privatem Eigentum. Der Rückbau der Gewerbehallen an der Kantstraße wurde als Maßnahme im Rahmen der Vertiefungsstudie zum Stadtteilkonzept Lutherviertel (Vorlage I-043/2008) entwickelt. Sie ist in 2017 nicht umgesetzt worden. Mit der Fortschreibung des Stadtumbaukonzeptes 2018 (Vorlage B-089/2018) wird der Bedarf zur Umsetzung der Maßnahme aus städtebaulicher Sicht weiterhin bestätigt. Sie bleibt Bestandteil des Maßnahmekonzepts zum Handlungsraum 2d des Fördergebietes „Stadtumbau Ost Chemnitz“ und wurde dort in der Jahresscheibe 2022 eingeordnet. Die aktuellen Entwicklungsabsichten des Eigentümers für die Fläche sind der Stadtverwaltung nicht bekannt.

4. Wäre es an dieser Stelle denkbare kommunale Einrichtungen (Kita/Schule etc.) zu entwickeln?
Aus Sicht des Stadtplanungsamtes bedarf es einer vertieften Standortuntersuchung, um beurteilen zu können, ob die Flurstücke GZ-442/1 und GZ-442n für eine Entwicklung als Schul- oder Kitastandort geeignet sind. Unter Berücksichtigung der Flächenbedarfe von etwa 10.000 m² für einen Schulstandort (3-zügig) bzw. 3.000 m² für einen Kitastandort erscheint der Bereich mit einer Gesamtfläche von ca. 2.800 m² flächenmäßig zu klein. Im Rahmen einer Standortuntersuchung könnte die Umsetzbarkeit eines Kitastandortes unter Einbeziehung benachbarter Rückbauflächen geprüft werden.

5. Gibt es Entwicklungsabsichten für die Fläche an der Kantstraße zwischen der Bernhard- und Charlottenstraße (Flurstück: GZ-998/4)?
Gemäß Vertiefungsstudie zum Stadtteilkonzept Lutherviertel (Vorlage I-043/2008) als informelle Planungsgrundlage ist für das Flurstück GZ-998/4 die Entwicklung eines Stadtteilparks vorgesehen. Ziel ist es, durch Anlage eines kleinen Stadtteilparks einerseits den Bewohnern der benach-barten Wohnanlage für Senioren als auch der Stadtteilbevölkerung ansprechende Freiflächen für Freizeit und Erholung zur Verfügung zu stellen. Diese Maßnahme wurde vor dem Hintergrund des unzureichenden Angebots an öffentlichen Grün- und Freiflächen im Lutherviertel abgeleitet. Auch für diese Fläche sind die aktuellen Entwicklungsabsichten des Eigentümers der Stadtverwaltung nicht bekannt. Eine gegenüber 2008 aktuellere Planung existiert in der Verwaltung für das Areal nicht, aus Sicht des Stadtplanungsamtes ist jedoch die bisherige Zielstellung unter den aktuellen Rahmenbedingungen auf den Prüfstand zu stellen und bedarf ggf. neuer Ansätze für die Entwick-lung des Bereiches zwischen Kantstraße und Clausstraße.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stötzer
Bürgermeister

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