RA-353/2018: Kita „Reichenhainer Wichtelberg„, Am Hang 22

Ines Saborowski / Fraktionsgemeinschaft CDU/FDPFragestellerin: Frau Ines Saborowski

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
vor dem Hintergrund von Gesprächen mit Eltern im Stadtteil Reichhain und einem mir hierzu
vorliegenden Schreiben bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Was ist der Grund für die verschobene Sanierung der Kita „Reichenhainer Wichtelberg“ Am Hang 22 in 09125 Chemnitz?
2. Wenn dies auf Grund von Baukostensteigerungen erfolgte:
a. Welchen Anteil haben an den Gesamtkosten hier die Ansprüche an die energetische Sanierung (Vgl. BA-008/2007 und folgende Beschlüsse)?
b. Wurde vergleichsweise ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle geprüft? (Wenn ja mit welchem Vergleichsergebnis, Wenn nein, aus welchen Gründen heraus nicht?) Welcher Zeitrahmen wäre im Falle eines kompletten Neubaus realistisch?
c. Mit welchem Kostenrahmen wäre zu rechnen gewesen, wenn man die Einrichtung für die bestehenden Kapazität (38 Plätze) saniert hätte bzw. sanieren würde?
3. Mit welchen durchschnittlichen Hol- und Bringezeiten (vom Wohnort der ursprünglich für die Kita in Reichenhain angemeldeten Kinder) rechnet die Stadtverwaltung bei der nunmehr als Alternative angedachten Ausweich-Kita an der Fürstenstraße?
4. Welcher Aufwand wäre bei einfacher Sanierung für eine Wiederinbetriebnahme der Kita notwendig, um kurzfristig den dringend notwendigen Platzbedarf vor Ort zu decken? (Vgl. „ einfache Sanierung (Instandsetzung) des Plattenbaus der bisherigen Grundschule Borna (Wittgensdorfer Str. 121), B-136/2018)
5. Wurde eine Befragung der Eltern bzw. des Elternrates der Kita über die Einschätzung der (erneuten) Verlagerung der Kita durchgeführt? Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?

Antwort der Stadtverwaltung:
Sehr geehrte Frau Saborowski,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:
1. Was ist der Grund für die verschobene Sanierung der Kita „Reichenhainer Wichtelberg“ Am Hang 22 in 09125 Chemnitz?
Der Grund ist die erhebliche Kostensteigerung von 1,36 auf 2,75 Mio. €.

2. Wenn dies auf Grund von Baukostensteigerungen erfolgte:
a. Welchen Anteil haben an den Gesamtkosten hier die Ansprüche an die energetische Sanierung (Vgl. BA-008/2007 und folgende Beschlüsse)?
Der Anteil der energetischen Sanierung an den Gesamtkosten beträgt hier ca. 0,6 % – siehe dazu Anlage 7.4, Seite 2 des Baubeschlusses B-172/2017 zur Kita Am Hang 22. Dieser wurde am 08.11.2017 durch den Stadtrat beschlossen.

b. Wurde vergleichsweise ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle geprüft? (Wenn ja mit welchem Vergleichsergebnis, Wenn nein, aus welchen Gründen heraus nicht?) Welcher Zeitrahmen wäre im Falle eines kompletten Neubaus realistisch?
Im Januar 2017 wurde vom Gebäudemanagement und Hochbau eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung verschiedener Varianten durchgeführt. U. a. wurde ein Abriss und Neubau untersucht, mit dem Ergebnis, dass die Kosten ca. identisch zur Variante Sanierung mit Erweiterungsbau sind. Es wurde entschieden, die Sanierung auszuführen, da hierfür bereits die Vorplanung und ein Fördermittelbescheid vorlagen. Außerdem wurden für vorangegangene Maßnahmen am Bestandsgebäude bereits Fördermittel gezahlt.
Der komplette Neubau hätte in etwa den gleichen Zeitrahmen wie die Sanierungsvariante umfasst.
Als kompletter Neubau müsste die Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt komplett neu geplant werden. Man könnte von einer Fertigstellung Ende 2021 ausgehen.

c. Mit welchem Kostenrahmen wäre zu rechnen gewesen, wenn man die Einrichtung für die bestehenden Kapazität (38 Plätze) saniert hätte bzw. sanieren würde?
Dies wurde bisher nicht untersucht. Laut Aufgabenstellung entsprechend Kita-Bedarfsplan wurde die Kita mit einer Kapazität von 56 Plätzen geplant. Ein entsprechender Kostenrahmen soll im Zuge der aktuellen Untersuchungen ermittelt werden.

3. Mit welchen durchschnittlichen Hol- und Bringezeiten (vom Wohnort der ursprünglich für die Kita in Reichenhain angemeldeten Kinder) rechnet die Stadtverwaltung bei der nunmehr als Alternative angedachten Ausweich-Kita an der Fürstenstraße?
Die Fahrtzeit beträgt für eine Strecke ca. 20 Minuten.

4. Welcher Aufwand wäre bei einfacher Sanierung für eine Wiederinbetriebnahme der Kita notwendig, um kurzfristig den dringend notwendigen Platzbedarf vor Ort zu decken? (Vgl. „einfache Sanierung (Instandsetzung) des Plattenbaus der bisherigen Grundschule Borna (Wittgensdorfer Str. 121, B-136/2018)
Eine „einfache“ Sanierung des Gebäudes, zur Deckung des notwendigen Platzbedarfs, ist aufgrund des Bauzustandes und der Größe des Gebäudes nicht möglich. Das Gebäude muss komplett entkernt, trocken gelegt und umgebaut werden. Nach der „Bekanntmachung einer Empfehlung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zu den räumlichen Anforderungen an Kindertageseinrichtungen“ vom 02.06.2005 würde die Größe des Gebäudes zur Unterbringung von 38 Kindern zum jetzigen Zeitpunkt bei weitem nicht mehr ausreichen. Die notwendige Betriebserlaubnis würde durch das Landesjugendamt unter den jetzigen Bedingungen nicht mehr erteilt werden. Wie viele Kinder nach einer Sanierung im Bestandsgebäude untergebracht werden könnten, soll ebenfalls im Zuge der aktuellen Untersuchungen ermittelt werden.

5. Wurde eine Befragung der Eltern bzw. des Elternrates der Kita über die Einschätzung der (erneuten) Verlagerung der Kita durchgeführt? Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?
Eine Befragung der Eltern oder des Elternrates wurde nicht durchgeführt. Die Eltern wurden in einem Elternabend über die aktuelle Situation informiert.
In einem weiteren geplanten Elternabend werden den Eltern die Ergebnisse der derzeit laufenden Untersuchungen erläutert.

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Miko Runkel
Bürgermeister

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