RA-356/2018: Stadtteilentwicklungen in Adelsberg und Reichenhain

Ines Saborowski / Fraktionsgemeinschaft CDU/FDPFragestellerin: Frau Ines Saborowski

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1.) Wie haben sich die Schüler- und Anmeldezahlen in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain bzw. der beiden Grundschulen im Vergleich zu den in den Beschlüssen B-001/2009 und B-061/2015 getroffenen Prognosen tatsächlich entwickelt?
2.) Welchen Einfluss hatten dabei in den vergangenen 10 Jahren neu ausgewiesene Siedlungsstandorte (u.a. Arno-Holz-Siedlung für Adelsberg) ebenso wie der sich vollziehende Generationenwechsel (bspw. durch den Zuzug junger Familien durch den Erwerb von Bestandsimmobilien)?
3.) Mit welchem zusätzlichen Bedarf an Kita-Plätzen bzw. Schulkapazitäten rechnet die Verwaltung aus der sich in Frage 2 ergebende Entwicklungen (Zuzug, Genrationswechsel)?
4.) Wie stellt sich das aktuelle Angebot an Tagesmüttern/-vätern in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain, in Ergänzung zu Kitas dar? Gibt es hierfür vorliegende Bewerbungen für weitere Plätze?
5.) Welche weiteren durch Bebauungsplan bereits bestätigten Siedlungsstandorte sind aktuell in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain ausgewiesen? (Bitte wenn möglich aufzeigen, für welche Flächen zusätzlich schon Bauanträge vorliegen.)

Antwort der Stadtverwaltung:

Sehr geehrte Frau Saborowski,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:
1.) Wie haben sich die Schüler- und Anmeldezahlen in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain
bzw. der beiden Grundschulen im Vergleich zu den in den Beschlüssen
B-001/2009 und B-061/2015 getroffenen Prognosen tatsächlich entwickelt?
Die Prognose im Schulnetzplan ist auf gesetzlicher Grundlage für die nächsten zehn Jahre auszuweisen.
Nachfolgend die gewünschte Gegenüberstellung:


2.) Welchen Einfluss hatten dabei in den vergangenen 10 Jahren neu ausgewiesene Siedlungsstandorte (u. a. Arno-Holz-Siedlung für Adelsberg) ebenso wie der sich vollziehende Generationenwechsel (bspw. durch den Zuzug junger Familien durch den Erwerb von Bestandsimmobilien)?
In den vergangenen 10 Jahren (2008 – 2018) wurden im Stadtteil Adelsberg drei vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren rechtskräftig und befinden sich in der Umsetzung:
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Kleinolbersdorfer Straße“ (rechtskräftige Satzung 25.11.2009),
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Adelsberger Höhe“ (rechtskräftige Satzung 08.02.2012) und
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Walter-Janka-Straße“ (rechtskräftige Satzung 06.05.2015).
Der Bebauungsplan Nr. 95/16 „Arno-Holz-Siedlung“ wurde bereits 2001 zur Rechtskraft geführt. Die Erschließung dieses umfangreichen Plangebietes erfolgte bislang in Teilbereichen. Das begleitende Umlegungsverfahren Nr. 10 für das Teilgebiet Süd mit einer Größe von etwa 7,5 ha ist abgeschlossen. Durch den Investor ist die Erschließung und Umsetzung des Baugebietes ab 2018 geplant. Danach besteht innerhalb dieses letzten Bauabschnittes die Möglichkeit zur Errichtung von 80 bis 100 Wohneinheiten.
Über einen aufgrund des Generationswechsels erfolgenden Zuzug von jungen Familien in Bestandsimmobilien liegen keine Datenerhebungen vor. Ebenso ist nicht bekannt, wie sich die Altersstruktur in den einzelnen Siedlungsstandorten zusammensetzt, bzw. wie sich der vollziehende Generationswechsel auf die Entwicklung auswirkt.

3.) Mit welchem zusätzlichen Bedarf an Kita-Plätzen bzw. Schulkapazitäten rechnet die Verwaltung aus der sich in Frage 2 ergebende Entwicklungen (Zuzug, Genrationswechsel)?
Die Inanspruchnahme von Kita-Plätzen ist nicht ausschließlich an den Wohnort gebunden. Eltern haben die Möglichkeit, die Kindertageseinrichtung u. a. nach dem Konzept auszuwählen. Somit ist eine Analyse, wie viele Plätze in den benannten Stadtteilen wirklich benötigt werden, nicht möglich. Der Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen ist derzeit nicht auf der Grundlage der Kinderzahlen des Stadtteils erstellt, sondern auf die Gesamtzahl der wohnhaften Kinder in der Stadt.
Für die kommenden Schuljahre wird ein signifikanter Anstieg des Schüleraufkommens in Chemnitz erwartet. Der sich daraus ergebende Bedarf an Beschulungsplätzen wird jährlich eruiert und fließt letztlich in den derzeit zu erarbeitenden Schulnetzplan ein.

4.) Wie stellt sich das aktuelle Angebot an Tagesmüttern/-vätern in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain, in Ergänzung zu Kitas dar? Gibt es hierfür vorliegende Bewerbungen für weitere Plätze?
Im Stadtteil Adelsberg gibt es kein Angebot der Kindertagespflege. Im Stadtteil Reichenhain gibt es eine Tagesmutter, die beim freien Träger Arbeiterwohlfahrt Chemnitz und Umgebung e. V. angestellt ist.
Es liegen keine Bewerbungen von Tagesmüttern/-vätern für diese Stadtteile vor.

5.) Welche weiteren durch Bebauungsplan bereits bestätigten Siedlungsstandorte sind aktuell in den Stadtteilen Adelsberg und Reichenhain ausgewiesen? (Bitte wenn möglich aufzeigen, für welche Flächen zusätzlich schon Bauanträge vorliegen.)
Im Stadtteil Adelsberg liegen neben den rechtskräftigen Bebauungsplänen Nr. 94/39 „Ernst-Wilkens-Weg II“ und Nr. 95/16 „Arno-Holz-Siedlung“ folgende aktuelle Siedlungsstandorte auf Grundlage eines Bebauungsplanverfahrens vor
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Kleinolbersdorfer Straße“,
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Adelsberger Höhe“ und
– Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Walter-Janka-Straße“.
Im Stadtteil Reichenhain bestehen neben den bekannten Standorten rechtskräftiger Bebauungspläne, wie zum Beispiel „Wohnpark Reichenhain“ (Rechtskraft 19.04.1996) oder „An der Gemeindewiese“ (Rechtskraft 14.03.1997), keine aktuell neuen Siedlungsstandorte auf Grundlage eines Bebauungsplans.
Über die Anzahl von Bauanträgen in den jeweiligen Siedlungsstandorten liegen keine Erhebungen vor.

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Miko Runkel
Philipp Rochold
Bürgermeister

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