RA-379/2018: Rasengleise im Stadtgebiet

Alexander Dierks / Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP

Fragesteller: Herr Alexander Dierks

Frage:
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie hat sich in den vergangen zehn Jahren der Anteil von grünen Gleisen/ Rasengleise (Straßenbahngleise mit Gras statt Schotter) im Netz der CVAG entwickelt?
  2. Welche Kostenersparnis/-mehraufwand ergab sich daraus ggf. in der Schaffung und Unterhaltung der Infrastruktur?
  3. Wurden Vergleichsmessungen durchgeführt, die darstellen welche Auswirkung derartig Gleisauffüllungen sowohl für die Lärmimmission als auch ggf. die Bodenerschütterungen haben?
  4. Sind weitere Streckenabschnitte geplant, die im Zusammenhang mit Gleisarbeiten „begrünt“ werden unter anderem zur Umsetzung des Lärmaktionsplans der Stadt Chemnitz? (Vgl. B-005/2017, Anlage 2 Seite 2 bzw. Maßnahme 10 des Planes)

Antwort der Stadtverwaltung

Sehr geehrter Herr Dierks,
zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:

  1. Wie hat sich in den vergangen zehn Jahren der Anteil von grünen Gleisen/Rasengleise (Straßenbahngleise mit Gras statt Schotter) im Netz der CVAG entwickelt?
    Der Anteil an Rasengleisen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verfünffacht.
    Von 1.680 Meter-Einfachgleis (2008) erfolgte eine Erweiterung auf 9.130 Meter.
  2. Welche Kostenersparnis/-mehraufwand ergab sich daraus ggf. in der Schaffung und Unterhaltung der Infrastruktur?
    Eine Kostenersparnis bei Herstellung und Unterhaltung ergab sich dabei nicht. Es entsteht in der Unterhaltung ein Mehraufwand von ca. netto 0,64 EUR/m² pro Jahr für die Rasenmahd. In der Gleisherstellung entstehen Mehrkosten von ca. netto 200 EUR pro Meter-Einfachgleis. Diese ergeben sich gegenüber dem offenen Querschwellengleis aus den Aufwendungen für Schienenkammerfüllkörper, Wachstumsschicht, Geohumus und Fertigrasen.
  3. Wurden Vergleichsmessungen durchgeführt, die darstellen welche Auswirkung derartig Gleisauffüllungen sowohl für die Lärmimmission als auch ggf. die Bodenerschütterungen haben?
    Seitens der CVAG erfolgten bisher keine Vergleichsmessungen. In der Fachliteratur wird seitens des Luftschalls ein Richtwert für die Lärmreduzierung von 3 dB(A) genannt. Weitere positive Auswirkungen des Rasengleises sind ein verbessertes Stadtklima (Reduzierung der Boden- und Lufttemperatur, höherwertigeres Erscheinungsbild/Ästhetik, Staubbindung) und eine höhere Akzeptanz
    des ÖPNV.
  4. Sind weitere Streckenabschnitte geplant, die im Zusammenhang mit Gleisarbeiten „be-grünt“ werden unter anderem zur Umsetzung des Lärmaktionsplans der Stadt Chemnitz? (Vgl. B-005/2017, Anlage 2 Seite 2 bzw. Maßnahme 10 des Planes)
    Folgende „Begrünungen“ sind geplant:
    – Wendeschleife Bernsdorf: ca. 200 m Einfachgleis
    – Trasse – Gablenz/Gablenzplatz: ca. 400 m Einfachgleis
    – Trasse Zentrumsring (Stefan-Heym-Platz bis ZH): ca. 190 m Einfachgleis
    – Chemnitzer Modell, Stufe 4, Trasse von Chemnitz nach Limbach-Oberfrohna

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Sven Schulze
Michael Stötzer
Bürgermeister

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